RPGification: Totgecraftet und verskillt

Rückblende 1: Als Gary Gygax und Dave Arneson vor über 40 Jahren mit Dungeons & Dragons das erste Pen&Paper-Rollenspiel der Welt erfanden, gab es eine klare Vision: All die Regeln, all die Tabellen und Würfelmanöver hatten das Ziel, im Hintergrund der geselligen Spielerunde eine Welt zu simulieren und ihr per Stift, Papier und Würfeln nachvollziehbare Regeln zu geben. D&D und die nachfolgenden Generationen von Rollenspielen waren de facto analoge Simulationen einer reaktiven Umgebung: Dieser Ork hat X Hitpoints, schlägt mit 3D6 Schaden zu und fällt mit der Wahrscheinlichkeit von 10 % auf Ablenkungsmanöver herein. Zeitgleich mit dem Entstehen der ersten Computerspiele entstand so mit analogen Rollenspielen nebenher nicht nur eine der erfolgreichsten Entertainmentkulturen der Welt, sondern auch ein Designparadigma, das sich früher oder später auf natürliche Art und Weise ins elektronische Spiel fortsetzte: Das, was in hunderte Seiten langen Handbüchern mühsam erlernt werden musste, wusste ab sofort der Code; und ob der Dolchstoß gelingt oder nicht, würfelte blitzschnell im Hintergrund das Programm aus.
31 Jahre später ist diese vom Rollenspiel entliehene Mechanik zum Simulieren einer Spielewelt vom Paradigma zum Ärgernis geworden.







