Jul 23 16:50

Games Pop: Dwarf Fortress

Summer of Games Music! In den warmen Monaten versorgt euch VGT ab sofort in unregelmäßigen Abständen mit Games-Musik. Games-Pop-Trackwunsch? Sag's uns auf Twitter

Wer jemals Dwarf Fortress gespielt hat, wird den von Toady One höchstpersönlich auf der Gitarre eingezupften Sound wie ich hier so tief im Gehirn verankert haben, dass sich fast automatisch als Pawlow'scher Reflex ein leicht entrückter Blick, Flow-Echos und die unbestimmte Lust auf Plump-Helmet-Wine einstellen werden. Im Ernst: Diese Melodie, die gar keine ist, diese musikalische Meditation hat sich Hunderttausenden Spielern fest in die Synapsen gebrannt. 

Wie Dwarf Fortress selbst ist auch das Gitarrengezupfe hier für InfizierteKenner sozusagen ein Hauch aus der prozeduralen Tiefe: Verschlungen wie ein Fraktal, aber doch eingängig, irgendwie melancholisch (ach, die unzähligen Opfer ... darf gar nicht dran denken), und dennoch von jenem handfesten, unerschütterlich lakonischen Willen zum Weitermachen getragen, der DF so auszeichnet. Ich bemerke, ich komme ins Schwärmen. Die schönste Musik zum Spiel. Ein Endlosloop, der hunderte Stunden laufen kann. Für immer.

Jul 19 16:02

Inderst legt nahe 190714

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Rudolf Inderst kennt alle Ecken des Internets und nennt uns ab sofort einmal wöchentlich drei lohnende Destinationen.

Destiny doesn't allow!

Wahrnehmung ist eben doch mehr als die Hälfte der Miete. Die Macher des angeblich 500 Millionen USD-teuren SciFi-Shooters Bungie erklärten nun, weshalb Cross-Plattform-Spielen nicht möglich sei. Gut, an die Utopie, dass man endlich eine gemeinsame Runde zwischen Sony und MS aufsetzen würde können, hatte sowieso niemand geglaubt (vielleicht höchstens ich als T. Morus der Industrie!). Aber Xbox One und Xbox 360 vielleicht? Nein, denn: "Regardless of where the reality isthere's definitely a perception among gamers that better hardware means you have an advantage (...). We don't want to have to enter that fray, so to create the best, most level playing field, both actually and perceptually, we separated it by platform." Nehmen wir das so hin? Wenn die Unterschiede in den Versionen wie bei Titanfall ausfallen, wird DAS wohl ziemlich schwierig. Heilige Psychologie, Batman!

Jul 18 10:45

DayZ bricht mir das Herz

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Dieser Text erschien zuerst für WASD#5 und im Anschluss für SpiegelOnline. Fotos von Elfi Sigl.

Es fällt mir schwer, DayZ zu spielen. Nicht wegen der Zombies, die diese Survival-Sandbox bevölkern, und auch nicht wegen der menschlichen Mitspieler, die sich hier noch mehr gegenseitig Wolf sind als anderswo. Ich wandere in der mir so gut bekannten goldenen Spätherbstnachmittagssonne auf einen Waldrand zu, überquere ein Feld oder blicke von einem eben erklommenen Hügel zurück auf die sanft geschwungene, bewaldete Welt hinter mir und es geschieht: Ein leichter Schwindel der Desorientierung, ein trockenes Gefühl im Mund, das plötzliche Bemerken, wie mir das Herz bis zum Hals pocht. Es ist ein Gefühl der Traurigkeit, der körperlichen Sehnsucht und eines abstrakten Abschiedschmerzes. Es ist ein Gefühl von Heimweh.

DayZ bricht mir das Herz.

Jul 16 16:16

Gamesradio: fm4 Extraleben - "Wir spielen Musik #2"

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Heute, 16. Juli ab 20 bzw 21 Uhr auf fm4: Das Computerspielkränzchen auf FM4 wird zum zweiten Mal musikalisch. Diesmal widmen sich Conny Lee, Robert Glashüttner und ich über dynamische Spiele-Soundtracks und Musik als Gameplay

Schon vor wenigen Wochen hat sich das fm4 Extraleben mit Games-Soundtracks beschäftigt, doch die Musik, mit der uns Spiele tiefer in ihre digitalen Welten locken wollen, ist manchmal mehr als nur Dekoration. In vielen Fällen nämlich wird die Musik direkt von den Handlungen des Spielers beeinflusst - oder aber, genau andersrum, es nimmt die Musik direkten Einfluss auf den Spielablauf.

Heute abend auf fm4 und danach sieben Tage im Stream zum Nachhören!

Jul 15 11:53

Weil sie es uns wert sind

1647 Videospiele sind ein Luxusgut" und "Es gibt wohl wirklich wichtigere Dinge, über die man schreiben kann" sind Sätze, die man in letzter Zeit wieder häufiger hört. Das Aufrechnen von Freizeitbeschäftigungen mit Leid in der Welt wiegt schwer, gerade wenn politische Brandherde - Syrien, Irak, Nahostkonflikt, usw. - ständig aus den Weltnachrichten dröhnen.

Doch Spiel ist nicht gleich Spiel. Leuchtendes Beispiel: Fußball. Sich nicht dafür zu interessieren gilt in Ländern und Gesellschaften, die stark Fußball-affin sind, als merkwürdig. Zumindest ein paar Mal pro EM/WM sollte man mit Freunden im Pub das eine oder andere Match schauen, ansonsten muss man sich damit abfinden, als ein wenig schrullig zu gelten. Fußball, so wie einige andere Sportarten auch, ist gesellschaftlich so stark verankert, dass sich ihm kein Medium entziehen kann. Eine Tageszeitung ohne Sportteil? - Undenkbar. Sport ist gesellschaftlich, kulturell, sozial und natürlich auch wirtschaftlich so stark verankert, dass jegliches Hinterfragen in Anbetracht dieser stabilen Institutionalisierung schnell verhallt. Da können etwa in Brasilien aufgrund unverhältnismäßiger Bauaktivitäten wegen der WM noch so viele Dörfer abgesiedelt, indigene Orte zerstört und Land geraubt werden: Das beeinflusst die uneingeschränkte Hingabe zum Fußballspektakel in keinster Weise.

Jul 14 10:05

Keine Kleinigkeit: Kostenlose Kurzspiele für Kenner

1646

Die kleine Form steht meist im Schatten der großen Brüder - auch in anderen Medien. Der Kurzfilm, Experimentierfeld origineller Ideen und Spielplatz junger Regietalente, verblasst im Vergleich zum zweistündigen Kinoformat, Sinfonien zählen mehr als Etüden und der Romanziegel, gern mehrteilig, lockt mehr Leser an als die literarisch anspruchsvolle Kurzgeschichte, die oft wie Blei in den Verkaufsregalen liegt. Kurzum: Wer Kulturprodukte wie Musik, Film und Literatur konsumiert, neigt dazu, eher im Großen zu suchen und die kleine Form zu vernachlässigen.

Jul 13 16:49

Games'n'Politics: Valiant Hearts, Verdun, Red Baron: Gaming the Great War (1/2)

Michael Schulze von Glaßers Videoreihe "Games'n'Politics" wirft einen pointierten Blick auf die Schnittstellen zwischen Spielen, Gesellschaft und Politik. Auf VGT ergänzt Michael seine Videoserie um erweiternde Texte zum Thema. 

Der Erste Weltkrieg gilt vielen Historikern als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Rund 17 Millionen Menschen kamen in dem Krieg zu Tode. Erstmals wurde Giftgas eingesetzt und raffte tausende Soldaten nieder. Durch den großen Einsatz neu entwickelter Panzer und Kampfflugzeuge sowie von Maschinengewehren erfuhr der Konflikt eine umfangreiche Technisierung. Trotzdem findet der Erste Weltkrieg im Medium „Videospiel“ im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg kaum statt. Der Historiker Dr. Steffen Bender macht in seinem Buch „Virtuelles Erinnern – Kriege des 20. Jahrhunderts in Computerspielen“ darauf aufmerksam, dass es für Videospielentwickler schlicht unattraktiv sei den Ersten Weltkrieg als Spiel-Szenario zu nutzen weil Grabenkämpfe von Infanteristen und ihr sinnloses Sterben nicht dazu taugen, dem Spieler Spaß zu bieten. Zudem macht der Historiker darauf aufmerksam, dass es in dem Krieg kaum Fahrzeuge gegeben hätte – mit einer Ausnahme: Kampfflugzeuge.